supersuse Alltagsgeschichten

Weihnachten im September?

Weihnachtsmänner

Vor ein paar Wochen durfte ich mal wieder eine Kolumne schreiben. Über Weihnachten. Oh, wie schön, denkt ihr. Ist ja bald soweit. Aber den Auftrag bekam ich im September. Und da war ich so gar nicht in Stimmung. Aber lest selbst, was draus geworden ist.

Mir ist warm, sehr warm. Ich laufe durch den Bürgerpark und denke an Weihnachten. Besser gesagt: ich zwinge mich dazu, an Weihnachten zu denken, um über Weihnachten zu schreiben. Die Sonne scheint mir auf die Nase, die Leute spazieren in T-Shirt und Sandalen durchs Grüne und ich soll an Tannenbaumkugeln, Zimtplätzchen oder Männer in roten Gewändern denken? Eine Weihnachtskolumne, hmm. Ich könnte jetzt so einiges über Klimawandel schreiben und warum Ende September im Garten die Rhododendren blühen und ich mit kurzen Hosen durch den Park laufe …

Aber nein, das ist jetzt nicht das Thema. Also Weihnachten.

Wie bringe ich mich in Weihnachtsstimmung?

Ich könnte die Weihnachtskiste aus dem Keller holen und schon mal den Tannenbaumschmuck sortieren. Oder ich begeistere meine Familie dafür, Kekse zu backen. Sterne gehen wohl das ganze Jahr, vielleicht wundert sich niemand, wenn es plötzlich nach Zimt und Kardamom duftet … Dabei ein bisschen Jingle Bells summen und über das Weihnachtsmenü nachdenken. Wie wäre es mit Ente vegan mit Knödeln und Rotkohl? In Weihnachtsstimmung bin ich immer noch nicht, dafür habe ich jetzt tierisch Kohldampf. Ente vegan steht hier nicht auf dem Speiseplan und nach Nudeln mit Pesto ist jegliche Weihnachtsstimmung verpufft. Kekse backen kommt jetzt auch nicht so gut. Es ist einfach zu warm.

Okay, also verschwinde ich in meinem Arbeitszimmer und stöbere in alten Fotos und Videos. Und erinnere mich daran, wie unsere Tochter mit knapp einem Jahr zu ersten Mal einen geschmückten Tannenbaum sieht. Und ganz aufgeregt „Ball, Ball!“ ruft und im Dicke-Windeln-Watschelgang auf die glitzernden Kugeln zusteuert. Und Ball spielen möchte.

Von Weihnachtsbäumen und Weihnachtsmännern

Und dann ist da noch das alljährliche Weihnachtsbaumthema: Brauchen wir einen? Mit Kindern – klaro. Dann reicht wohl ein kleiner, finde ich. Meine Familie meint: Natürlich muss er so groß wie möglich sein, möglichst sollte er bis oben an die Decke stossen. Deckenhöhe drei Meter achtzig. Nur wie bekommen wir den nach Hause? Alle Blicke richten sich auf … Papa. Der macht das schon irgendwie.

Ach ja, und der Weihnachtsmann: Ich erinnere mich, wie der beste aller Ehemänner im Sommer die Nachbarsnichten auf der Straße trifft, bei denen er Weihnachten mit rotem Gewand, weißem Bart und Jutesack seinen großen Auftritt hatte. Und die kleinste auf einmal ruft: „Oh, da ist ja der Weihnachtsmann! Danke, danke lieber Weihnachtsmann, dass du uns so tolle Sachen gebracht hast!“

Oder wie die Kinder sich noch Jahre später darüber schlapp lachen, dass unser Weihnachtsmann den Bart falsch herum angeklebt hatte. Der gleiche, der Jahre zuvor nicht an den Beutel mit den Geschenken für unsere Kinder kam, weil er das neue Auto nicht öffnen konnte. Die Geschenke waren im Kofferraum …

Herrlich, mal so richtig in Erinnerungen zu schwelgen …

Am nächsten Tag entdecke ich im Supermarkt jede Menge Schokoladenweihnachtsmänner, Dominosteine und Zimtsterne! Und wisst ihr was – ich finde das wunderbar. Mir ist so richtig weihnachtlich zumute. Morgen werde ich einen Plan ausarbeiten und meiner Familie erklären, dass es viel entspannter ist, frühzeitig mit den Vorbereitungen zu beginnen. Dazu ein paar Zimtsterne, leuchtende Kerzen und sie werden schon in Stimmung kommen.

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