Mit Tomaten durch den (Corona-)Alltag

Am Anfang fühlt es sich an wie Ferien. Aber schnell wird klar: alles ist anders. Die Pandemie fordert uns als berufstätigen Eltern so einiges ab.

Wer seit Anfang der Woche im Homeoffice arbeitet, muss mehrere Dinge gleichzeitig im Blick behalten: Die eigene Arbeit auf die Reihe bekommen (Hilfe, ich hab keinen Schreibtisch!), sich um die Versorgung der Familie kümmern (Mama/Papa, ich hab Hunger), die technische Infrastruktur optimieren (Das WLAN funktioniert nicht!), die Schulkinder bei den Schulaufgaben unterstützen (Hä? Wofür braucht man Pantoffeltierchen?) undundund.

Keine Panik, das klappt, aber es dauert auch ein wenig. Schließlich ist für uns alle die Situation neu.
Es hilft auf jeden Fall, wenn wir dem Tag ein bisschen Struktur geben. Das hilft uns Heimarbeiter*innen, auch mal ein Stündchen oder mehr am Stück zu arbeiten und den Kindern, den Alltag häppchenweise mit Dingen zu füllen: Spielen, Lernen, Essen, Daddeln …

Und jetzt kommen die Tomaten ins Spiel.

Alles begann in Italien. Der Student Francesco Cirillo hatte ein Problem: er konnte sich einfach nicht auf sein Studium konzentrieren, ständig war er abgelenkt. Kennt ihr, oder? Mal klingelt das Telefon, mal kommt ein Kind hereinspaziert und hey, schnell mal einen Blick in die Threema-Gruppe oder mal eben zuhören, was Christian Drosten über die neuesten Corona-Entwicklungen berichtet. Puh. Wie soll man da bloß was schaffen?

Also kam Francesco auf die geniale Idee, einen Kurzzeitwecker auf seinen Schreibtisch zu stellen. Den hat er dann auf zehn Minuten gestellt. In dieser Zeit wurde brav gearbeitet, still und konzentriert und ohne Störungen. Also ohne Smartphone, ohne Radio, ohne „noch mal eben schnell nach den Kindern schauen“ … Danach gab es eine kleine Pause. Fünf Minuten später ging es in die nächste Runde.
So erfand er die Pomodoro-Technik. Der Kurzzeitwecker hat nämlich die Form einer Tomate. Cirillo schrieb ein Büchlein über seine Methode und widmete ihr eine Website. Inzwischen kann man sogar individuelle Coachings bei Francesco buchen. Ist aber nicht nötig. Und ein super-cooles Video angucken. Das lohnt sich!

Jetzt klingeln bei Euch bestimmt die Alarmglocken, die Ja-Aber-Teufelchen sitzen auf der Schulter?
Probiert es doch mal aus und zwar am besten gleich mit den Kindern. Diese Methode eignet sich nämlich generell für die Strukturierung des Alltags, nicht nur fürs Studium oder den Beruf und nicht nur für uns Große. Und ganz besonders für den Corona-Alltag zuhause.

Also: Kauft einen Kurzzeitwecker (muss ja nicht unbedingt eine Tomate sein), schnappt euch das Kind/die Kinder und trefft eine Verabredung, wie ihr den Tag strukturieren möchtet. Oder nutzt den Handytimer oder einen der zahlreichen Online-Timer, zum Beispiel den Pomofocus (Achtung: Klingt wie ein echter Kurzzeitwecker!).

So geht die Technik:

  1. Schreib auf, was du heute erledigen möchtest.
  2. Was ist am wichtigsten und dringendsten? Was möchtest du zuerst loswerden?
  3. Stelle einen Timer auf 25 Minuten ein – er muss nicht aussehen wie eine Tomate.
  4. Erledige deine Aufgabe bis die 25 Minuten um sind.
  5. Leg 5 Minuten Pause ein. In dieser Zeit machst du etwas ganz anderes. Auf keinen Fall arbeiten! Und auch nicht über die Aufgaben nachdenken!
  6. Jetzt kommt die nächste Runde – stell wieder den Timer.
  7. Nach 4 mal 25 Minuten (= vier Pomodoros), mach eine Pause von 15 bis 30 Minuten.

FERTIG!

Natürlich kannst du auch weitermachen. Oder eine Tomate essen.

Schreib mir unbedingt, wie und ob es geklappt hat. Diesen Text habe ich übrigens in zwei Pomodoros geschrieben ☺️

5 Gedanken zu „Mit Tomaten durch den (Corona-)Alltag

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.